Schachendspiele - leicht gemacht

Türme und Freibauern

„Türme gehören hinter die Bauern. Hinter die eigenen, wie die gegnerischen.“ (Tarrasch)

Im Allgemeinen mach das durchaus Sinn:

  • Steht der Turm vor dem eigenen Freibauern, behindert er dessen Vormarsch nur und irgendwann muss er doch weichen um die Umwandlung zu ermöglichen.
  • Auch vor gegnerischen Freibauern steht der Turm ungünstig. Es ist besser den König dort zu postieren, denn Türme sind ungeeignete Blockadefiguren.
  • Türme brauchen Bewegungsfreiheit und wenn der Turm hinter einem Bauern steht, wird diese mit dem Voranschreiten des Bauern immer größer, aber immer kleiner, wenn er sich vor einem marschierenden Bauer befindet.

Am Beispiel des Randbauern (hier) haben wir gesehen, dass Weiß nicht gewinnen konnte, obwohl sein Bauer schon kurz vor der Umwandlung stand.

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Der weiße Turm war (vor seinem eigenen Bauern) eingeklemmt und blockierte das Einzugsfeld. Der schwarze Turm hingegen war (hinter dem gegnerischen Bauern) auf der a-Linie beweglich und hatte genug Platz zum Manövrieren.
Tauschen wir jedoch die Position der Türme, ist die Stellung hoffnungslos für Schwarz. Der weiße König vertreibt den Turm von a8 und der Bauer zieht ein.
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Leider gibt es aber auch im Schach keine Richtlinie auf die man sich blind verlassen kann.
Hier (mit dem Randbauern auf a6) haben wir gesehen, dass sich Schwarz, selbst mit dem Turm hinter dem gegnerischen Bauern nicht mehr retten konnte. Der Turm musste eine Position seitlich des Bauern einnehmen: Vancura

Türme stehen hinter Freibauern also tatsächlich meistens gut, aber manchmal stehen sie woanders noch besser. ;-)
Verallgemeinernde Regeln sind hilfreich, aber man sollte sie nie rein schematisch anwenden!

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